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Trade Republic – Vor- und Nachteile des Discountbrokers

Trade Republic war in Deutschland der erste Broker, der radikal mit Gebühren aufgeräumt hat. Orderprovisionen gibt es für Endkunden gar keine mehr. Einen Euro kostet der Kauf/Verkauf einer Aktie oder eines anderen Finanzprodukts aber trotzdem. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Fremdkostenpauschale.

Nach dem Start von Trade Republic im Jahr 2019 hat es nicht lange gedauert, bis sich Konkurrenz am Markt formiert hat: Justtrade, Gratisbroker und seit 2020 auch Smartbroker.

Als kurzen Überblick möchte ich im Folgenden kurz die meiner Ansicht nach bedeutenden Vor- und Nachteile von Trade Republic aufzählen.

Vorteile:

  • schickes, zeitgemäßes, minimalistisches und übersichtliches App-Design
  • Watchlist
  • für unerfahrene Trader angenehm einfache Benennung der Finanzprodukte
  • einfache Einrichtung des Freistellungsauftrags
  • die im Moment sehr beliebten Sparpläne werden kostenlos ausgeführt (Stand 21.06.2020 sind laut Trade Republic mehr als 300 ETFs „dauerhaft kostenfrei besparbar“)
  • keine Negativzinsen auf Depot oder Verrechnungskonto
  • kein Auto-Logout

Nachteile:

  • gehandelt werden kann nur über den Börsenplatz Lang-&-Schwarz-Exchange (LS-Exchange)
  • bei ETFs stehen nur Produkte von iShares (Blackrock) zur Verfügung
  • Der Support war (eigene Erfahrung) zu Beginn im Jahr 2019 innerhalb der App gegeben und schnell zu erreichen. Dieser Kommunikationskanal ist mittlerweile offensichtlich abgeschafft worden. Auf eine Anfrage von Börsenbuddy vom Januar 2020 hat die Pressestelle geantwortet, dass aufgrund der hohen Anzahl der Neukunden der Live-Chat „temporär deaktiviert“ worden sei; man „fokussiere“ sich auf Anfragen per Mail, hat es geheißen; bis heute (21.06.2020) ist der Chat offensichtlich noch nicht wieder aktiv; aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass ich bisher noch nie jemanden per Telefon erreicht habe; teilweise hab‘ ich es nicht einmal bis in die Warteschleife geschafft.
  • kein Webtrading per Browser verfügbar
  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass (Limit-)Orderausführungen mittlerweile teilweise länger als erwartet dauern; die Pressestelle im Januar damit konfrontiert, habe ich die Antwort bekommen, dass die „Engpässe im Kundenservice“ aber „keinen Einfluss auf unsere Systeme und die Funktionsweise unserer App“ hätten: „Sie arbeiten stabil und störungsfrei.“
  • Eine Überweisung vom Verrechnungskonto auf das Referenzkonto hat zuletzt (Juni 2020) mehrere Tage gedauert. Das ging im vergangenen Jahr wesentlich schneller.

Stand: 21.06.2020

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